::01:: Milch holen
Shownotes
Themen in dieser Folge: → Wie ein Unfall in 2,3 Sekunden alles verändert → Was ARIA ist – und was es nicht ersetzen kann → KI und Robotik im Leistungssport 2087 → Ob Technologie einen Menschen wieder ganz machen kann → Was es bedeutet, seinen Körper neu zu definieren
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🎙 Körper aus Code – Ein Erzählpodcast Gefällt dir der Podcast? Teile ihn mit jemandem, der gerne über die Zukunft nachdenkt.
Transkript anzeigen
00:00:00: Sie sehen aus wie wir, sie bewegen sich wie wir.
00:00:03: Bald werden sie und uns leben!
00:00:05: Willkommen bei CurpHouseCode dem Podcast über die Maschinen, die unsere Welt verändert werden.
00:00:11: Heute erzählen wir eine Geschichte – die Geschichte eines ganz normalen Dienstags in einer ganz normalem Stadt mit einem ganz normaler Mädchen namens Luisa, zwölf Jahre alt, leicht genervt und auf dem Weg zum Supermarkt.
00:00:24: Es ist nur das Jahr two-tausend-siebenundachzig und normal bedeutet heute etwas völlig anderes.
00:00:36: Es ist zehn Uhr siebenundvierzig an einem Dienstagmorgen im September, die Küche der Familie Bergmann liegt im dritten Stock eines Berliner Wohnblocks im Stadtteil Prenzlauer Berg wobei Wohnblock heute nicht mehr ganz das richtige Wort ist.
00:00:50: Die Gebäude hier sind lebendig Buchstäblich.
00:00:53: Die Fassaden atmen, biologische Solarpanele die sich wie Blätter zur Sonne drehen.
00:00:59: Die Fenster regulieren sich selbst je nach Lichtanfall und Temperatur.
00:01:03: Aber Luisa nimmt das alles nicht wahr.
00:01:06: Sie hat es nie wirklich wahrgenommen.
00:01:08: sie kennt es ja nicht anders Was sie wahrnimmt?
00:01:11: Sie ist hungrig Und ihre Mutter steht am Küchentisch mit dem Ausdruck den Luisa sehr genau kennt.
00:01:17: Luisa wir haben keine Milch mehr.
00:01:20: Luisa schaut nicht auf von ihrem Holobord, eine dünne flexible Scheibe, auf der sie gerade irgendetwas liest.
00:01:26: Das garantiert nichts mit Schule zu tun hat!
00:01:29: Dann schickt doch Nico.
00:01:31: Nico ist der Haushaltsassistent der Familie – ungefähr so groß wie ein zehnjähriges Kind und mit einem ovalen Gesicht aus matem Keramikmaterial das je nach Stimmung und Kontext verschiedene Ausdrücke projizieren kann.
00:01:45: Nico ist immer bereit, Nico hat noch nie vergessen die Spielmaschine auszuräumen.
00:01:50: Luisa mag Nico aber nicht genug um zuzugeben das sie ihn mag.
00:01:54: Nico ist gerade beim Wäschefalten.
00:01:56: sagt ihm Mutter und außerdem frische Luft würde dir nichts schaden.
00:02:00: Das klassische Argument – zwei Tausend Sieben Achtzig und Mütter benutzen immer noch frische luft als universelles Gegenargument.
00:02:08: Luísa klebt das Hodo Board zusammen Stiebt den Stuhl zurück, greift nach ihrer Jacke die an einem kleinen Wandhaken hängt.
00:02:16: Dieser Haken ist übrigens ebenfalls ein Roboter, einen sogenannten Nano-Organizer der leise Luft wärmt und Kleidungsstücke auf Körpertemperatur reguliert.
00:02:26: Luisa bemerkt es nicht – sie hat das noch nie bemerknt!
00:02:29: Die Wohnungstour öffnet sich.
00:02:31: bevor Luisa auch nur die Hand ausstreckt ….
00:02:33: Sie geht raus.
00:02:36: Der Flur des Gebäudes riecht nicht nach altem Teppich und Fahrradöl, wie Luisas Oma immer gesagt hat.
00:02:42: Wenn sie von früher erzählt – er riegt nach nichts!
00:02:46: Die Luft wird hier permanent gefiltert, befeuchtet und auf exakt einundzwanzig Grad gehalten.
00:02:52: Nicht durch eine zentrale Anlage sondern durch hunderte kleine autonome Einheiten die in den Wänden leben wie Bienen in einem Bienenstock.
00:03:00: Am Ende des Fluors wartet der Aufzug bereits, nicht weil er Luise erwartet hat sondern weil er immer wartet.
00:03:06: Der Aufzug ist ein ruhiges geduldiges System.
00:03:09: Er lernt die Routinen der Bewohner und antizipiert ihre Bewegungen.
00:03:14: Luisa betritt ihn – die Türen schließen sich.
00:03:17: Im Aufzug steht Herr Müller aus dem fünften Stock.
00:03:20: seventy Jahre alt weißes Haar, immer ein bisschen nach Kaffee riechend.
00:03:24: Neben ihm steht sein Begleitroboter Ein Gerät, das in der Branche als Mobilitätsassistent der dritten Generation bezeichnet wird.
00:03:32: Im Volksmund aber schlicht Begleiter heißt.
00:03:35: Der Begleitter sieht aus wie ein schlanker Mensch ohne Gesicht – eine glatte elfenbeinfarbende Oberfläche dort wo ein Gesicht sein sollte und zwei ruhige Augen aus Licht die sanft leuchten.
00:03:46: Morgen Luisa, sagt Herr Müller.
00:03:56: seine Balance zu unterstützen, seine Medikamentenzeiten zu überwachen.
00:04:00: Im Notfall sofort Hilfe zu rufen!
00:04:03: Er ist so betrachtet eine Art externes Organ – ein Herz das außerhalb des Körpers schlägt.
00:04:10: Luisa schaut kurz nach ihm rüber.
00:04:11: der Begleiter schaut wenn man das so nennen kann zurück.
00:04:15: Sie findet es nicht gruselig sie findet das nicht faszinierend.
00:04:19: sie findet dass einfach normal.
00:04:22: Die Aufzugstour öffnet sich im Erdgeschoss Draußen ist es bewölkt, das typische Berliner Septembergrau, dass sich über die Stadt legt wie eine weiche Decke.
00:04:32: Luisa biegt auf den Bürgersteig ein und beginnt die sechs Minuten Fußweg zum Supermarkt – hier lohnt es sich kurz innezuhalten, weil diese sechs Minuten ein Fenster sind, ein Fenstern eine Welt, die wir uns vorstellen müssen, die aber noch nicht kennen.
00:04:48: Der Bürgersteige ist breiter als heute Die Hälfte davon ist für Menschen reserviert, die andere Hälfe für autonome Liefersysteme.
00:04:57: Dort gleiten sie – kleine Kniehauer Boxen auf sechs Rädern, die Pakete Lebensmittel und Medikamente transportieren.
00:05:04: Sie fahren lautlos, sie weichen einander aus ohne zu bremsen.
00:05:09: Sie sind wie Wassermoleküle in einem Fluss jedes einzeln aber gemeinsam bilden sie eine perfekte Strömung.
00:05:16: Luisa tritt kurz in deren Spur, ohne nachzudenken.
00:05:19: Ein Lieferoboter bremst sanft ab, wartet und fährt weiter.
00:05:23: Kein Hupen, kein Protest – einfach warten!
00:05:27: Über ihr bewegt sich etwas am Himmel… Drohnen … aber nicht die summenden brummenden Quadrokopter aus dem frühen einzwanzigsten Jahrhundert.
00:05:35: Diese hier sind ruhig fast vogelhaft.
00:05:38: Sie tragen Pakete überwachen die Infrastruktur, scannen die Straße nach Schäden.
00:05:43: Eine fliegt tief genug vorbei, dass Luisa ihre Serie normal lesen könnte wenn sie wollte.
00:05:49: Sie will nicht – sie schaut auf ihr Holobord!
00:05:52: An der Ecke zur Kastanienallee – ja, sie heißt immer noch so, manche Dinge überdauern alles – sitzt ein alter Mann auf einer Bank.
00:06:00: Er ist vielleicht achtzig, vielleicht neunzig?
00:06:03: In einer Zeit in der Medizin wundervoll bringt, ist Alter schwer einzuschätzen….
00:06:07: er trägt eine alte Jacke ….
00:06:09: er hält einen echten Pappbecher Kaffee in beiden Händen.
00:06:12: Neben ihm.
00:06:13: auf der Bahn liegt eine Zeitung, eine echte gedruckte Zeitung.
00:06:17: Luisa bleibt kurz stehen – nicht wegen des Mannes sondern wegen dem was vor ihm passiert!
00:06:23: Ein Straßenreitigungsroboter ungefähr hüft hoch mit sanften rotierenden Bürsten und einem leisen Sauggeräusch fährt auf ihn zu oder vielmehr auf das Stück Bürgersteig für ihn.
00:06:34: Der Mann hat einen kleinen Laubhaufen vor seinen Füßen, der Roboter nähert sich…der Mann streckt ein Fuß aus, nicht aggressiv einfach Hindernnt.
00:06:42: Der Roboter hält an, wartet, fährt einen kleinen Bogen.
00:06:47: Kommt auf die andere Seite?
00:06:49: Wartet wieder!
00:06:50: Der Mann lacht leise.
00:06:52: Noch bin ich schneller, murmelt er zu niemanden bestimmten.
00:06:57: Luisa schaut ihn an – er schaut zurück, hebt kurz seine Kaffeetasse.
00:07:02: ein Art stiller Gruß.
00:07:03: Sie zieht die Augenbraue hoch, ein Art stille Antwort und geht weiter.
00:07:08: Aber irgendwas an dieser Szene bleibt bei ihr hängen.
00:07:11: Sie kann nicht sagen was.
00:07:14: Der Supermarkt heißt frisch und nah, was im Jahr two-tausend siebhundachzig leicht irreführend ist weil er weder besonders frisch noch besonders nah zu irgendetwas menschlichem ist.
00:07:25: Die Türen öffnen sich als Luisa drei Schritte entfernt ist Nicht weil ein Sensor sie erkannt hat sondern weil das System der gesamten Straße miteinander kommuniziert Und der Supermarkt bereits wusste dass sich jemand nähert.
00:07:38: Er weiß sogar mit einer seventy- drei Prozent in Wahrscheinlichkeit laut interne Modell, was diese Person kaufen möchte.
00:07:45: Aber es fragt nicht, es schlägt nicht vor – es wartet!
00:07:50: Drinnen keine Kassen, keine Regaleinräume aus Fleisch und Blut.
00:07:56: Stattdessen stille Ordnung Licht Die Regale sind hoch vielleicht vier Meter.
00:08:02: Sie werden von schlanken langen Roboteramen bestückt die sich wie Fahne über die Gänge wölben.
00:08:07: Sie bewegen sich langsam, präzise fast meditativ.
00:08:11: Ein Arm nimmt eine Flasche, dreht sie, stellt sie mit dem Etikett nach vorne und fährt zum nächsten Regal.
00:08:17: An einer Station in der Mitte des Ladens steht eine menschliche Mitarbeiterin Mitte-Dreißig namens Schild Jara und arbeitet an einem Display.
00:08:26: Ihr Aufgabenbereich ist nicht mehr das Einräumen oder Kassieren – ihre Aufgabe ist Ausnahmen!
00:08:32: Die Dinge die Maschinen noch nicht können Beschwerdenmanaging, Sonderwünsche bearbeiten, entscheiden was passiert wenn das System nicht weiter kommt.
00:08:42: Sie ist im gewissen Sinne die menschlichste Person im Raum.
00:08:46: Luisa geht zum Kühlbereich.
00:08:48: Dort stehen vier Sorten Milch – alle von Robotern gemolken auf Hilfen, auf denen kaum noch Menschen arbeiten und auf denen die Kühe aber besser leben als je zuvor in der Geschichte der Landwirtschaft.
00:09:00: Das ist einfach so!
00:09:02: Es gibt niemanden mehr, der vergisst zu füttern.
00:09:05: Niemandem mehr, wer eine schlechte Nacht hatte und deshalb schlechte Laune im Müll brägt und die Tiere schlecht behandelt.
00:09:11: Luisa greift nach der Vollmilch und dann passiert etwas.
00:09:16: Neben dem Kühlregal steht ein kleines Mädchen vielleicht sechs Jahre alt – rote Haare!
00:09:21: Sie schaut nach oben ganz nach oben zur einem der langen Roboterarme, der gerade eine neue Lieferung Joghurt einräumt.
00:09:29: Das Kind schaut nicht verängstigt, nicht fasziniert es schaut verhandlungsbereit.
00:09:33: Hey, sagte das kleine Mädchen zu dem
00:09:35: Roboterarm.".
00:09:37: Der Arm hält inne – er ist nicht sprachgesteuert aber seine Sensorik erkennt dass etwas in seinem unmittelbaren Bereich passiert und erwartet.
00:09:45: Kannst du mir den da geben?
00:09:47: Das Kind zeigt auf einen Joghurt im Oberstregal Erdbeer drei Meter über ihr.
00:09:53: Der Roboterarm, und das ist das Erstaunliche dreht sich minimal.
00:09:58: Seine Kamera richtet sich auf den Joghurt, dann fährt er zum oberen Regal, nimmt den Erdbeerjoghut, fährt nach unten und hält ihn auf Hüfthöhe des Kindes.
00:10:09: Das Mädchen nimmt ihn der Arm fährt wieder nach oben weiter mit der Arbeit.
00:10:14: Luisa hat das beobachtet, ohne es zu wollen, ohne zu wissen warum und plötzlich für einen kurzen seltsamen Moment sieht sie es.
00:10:24: Wirklich sieht sie nicht als normal an, nicht als selbstverständlich – als dass was ist?
00:10:32: ein Wesen ohne Bewusstsein, ohne Eigeninteresse, ohne Stimmung, das auf das Kind reagiert hat.
00:10:39: Das eine Art Freundlichkeit ausgeführt.
00:10:42: War das Freundlichkeit?
00:10:44: Oder war es nur ein Algorithmus, der Kind zeigt auf Objekt als Interaktionsanlass interpretiert.
00:10:51: Luisa steht da mit ihrer Milch und denkt zum ersten Mal seit langer Zeit wirklich nach.
00:10:58: Bezahlen ist unkompliziert!
00:11:00: Luisa hält die Milche einfach in die Luft – das System hat sich schon identifiziert, als sie das Regal berührt hat.
00:11:07: Ihr Familienkonto wird belastet.
00:11:09: Keine Geste nötig, kein Scannen, kein Tippen….
00:11:12: Aber sie bleibt noch ein Moment an der kleinen Selbstbedienungsstation stehen, für die es Leute gibt.
00:11:17: Die trotzdem eine menschliche Interaktion haben möchten oder zumindest eine Menschlichere.
00:11:22: Dort steht einen Service Roboter ungefähr so groß wie einer wachsender.
00:11:27: Sein Gesicht ist ein Display und das zeigt gerade ein freundliches leicht animiertes Gesicht.
00:11:32: keine exakte Kopie eines Menschen eher Der Eindruck eines Gesichts Augen Ein Mund die Andeutung von Wangen.
00:11:41: Ein Mann mittleren Alters steht davor und beschwert sich, lautstark über etwas mit einem falsch gelieferten Paket das nichts mit diesem Supermarkt zu tun hat.
00:11:50: Aber er redet trotzdem.
00:11:52: Der Roboter hört zu, nickt in regelmäßigen Abständen, sagt Dinge wie.
00:11:57: ich verstehe ihre Frustration und das klingt wirklich ärgerlich!
00:12:02: Der Mann wird ruhiger, merklich fast unmerklich aber doch….
00:12:07: Und dann sagt der Roboter, ich kann dieses Problem leider nicht direkt lösen.
00:12:11: Aber ich kann ihnen die direkte Kontaktstelle weiterleiten, die das kann.
00:12:15: Möchten sie das?
00:12:17: Der Mann stimmt
00:12:18: zu.".
00:12:19: Luisa beobachtet das und denkt an etwas, was ihre Lehrerin letzte Woche gesagt hat.
00:12:24: Der größte Durchbruch in der Robotik war nicht dass Maschinen klüger wurden – es war, dass sie geduldiger wurde als wir.
00:12:34: Draußen hatte's angefangen zu nieseln, wer Lina Niesel regn.
00:12:38: Das hat sich auch, dass sich die Jacke ängert.
00:12:44: Die Jacke reagiert darauf und erhöht die Wärme im Innenfutter.
00:12:49: Ein kleiner Sensor eingebaut beim Kauf – schon längst vergessen!
00:12:53: Sie geht den selben Weg zurück aber sie schaut diesmal mehr.
00:12:57: Auf der anderen Straßenseite baut ein kleines Team von Baurobotern einen Randstein neu.
00:13:02: Vier Einheiten jede mit spezialisiertem Arm für unterschiedliche Aufgaben Einer hebt, einer positioniert.
00:13:09: Einer versiegelt, einer überprüft.
00:13:12: Sie brauchen keine Pause!
00:13:13: Sie streiten nicht über die beste Methode – sie machen einfach Ein Stück weiter.
00:13:18: spielt ein Junge vielleicht acht mit einem kleinen hundeähnlichen Roboter?
00:13:23: Nicht ein echter Hund aber auch nicht so als wäre es klar was es ist.
00:13:28: Es wedelt, es bellt leise.
00:13:31: Das springt freudig als der Junge einen Ball wirft und bringt ihn zurück.
00:13:35: Der Junge lacht.
00:13:37: Luisa fragt sich, weiß der Hund dass er ein Hund ist?
00:13:41: Weiß er das er kein Hund isst?
00:13:44: Sie weiss nicht warum sie heute so viel nachdenkt.
00:13:48: Kurz vor ihrem Haus begegnet Luisa etwas das sie doch kurz innehalten lässt.
00:13:52: auf dem Bürgersteig steht ein Roboter allein es groß fast zwei Meter mit einem klar menschenähnlichen Körper aber einer Oberfläche die man eindeutlich als nichtmenschlich erkennt Antrazidfarbenes Material, sanft geburgene Gelenke.
00:14:08: Ein Gesicht das Ausdruck hat aber kein Gesicht ist.
00:14:12: Er steht einfach da Bewegungslos.
00:14:15: Luisa bleibt stehen.
00:14:17: Der Roboter steht still.
00:14:19: Er schaut wenn man das so sagen kann in eine Richtung Irgendwo zwischen dem Baum am Bordstein und den bewölkten Himmel.
00:14:27: Luisa sieht dass an seiner Schulter ein kleines Licht blinkt.
00:14:30: Orang.
00:14:31: Was das bedeutet?
00:14:32: weiß sie eigentlich?
00:14:33: Wartezustand.
00:14:35: Erwartet auf jemanden oder eine Anweisung, aber für einen Moment sieht es so aus als würde er die Wolken betrachten und nachdenken.
00:14:51: Hey sagt Luisa!
00:14:53: Sie weiß nicht warum sie das sagt?
00:14:55: Der Roboter dreht den Kopf langsam.
00:14:58: Die Augen, zwei samt leuchtende Sensoren richten sich auf sie.
00:15:02: Er sagt nichts, er ist vielleicht nicht für Konversation gebaut.
00:15:06: Aber er hat sich umgedreht, er schaut sie an!
00:15:10: Was machst du da?
00:15:10: fragt sie Dann.
00:15:12: eine Stimme ruhig tief ohne Emotionen aber mit einer Klarheit die merkwürdig direkt ist.
00:15:20: Ich warte Luisa fragt worauf Auf die nächste Aufgabe.
00:15:26: Luise nickt langsam.
00:15:28: dann sagt sie Ist das langweilig?
00:15:31: Eine kleine Pause, länger als nötig für eine berechnete Antwort und der Roboter sagt ich weiß nicht was langweilig ist.
00:15:39: Luisa schaut ihn noch einen Moment an.
00:15:41: dann sagt sie Ich glaube das ist die ehrlichste Antwort die ich heute gehört habe.
00:15:46: Und Sie geht weiter.
00:15:48: Die Wohnungstür öffnet sich.
00:15:50: luisa tritt ein.
00:15:52: Es riecht nach Kaffee und nach Warnenbrot weil Mutter hat die automatische Bäckerfunktion der Küche aktiviert.
00:15:59: Hast du die Milch?
00:16:00: Ja, sagt Luisa.
00:16:02: Luisa stellt sie auf den Tisch, zieht Jacke aus, hängt sie an den Hakenroboteren, denen sie nicht bemerkt und setzt sich.
00:16:09: Ihre Mutter schaut sie an.
00:16:11: Alles gut?
00:16:12: Luisa sagt, glaubst du das Roboter sich langweilen können?
00:16:17: Die Mutter schaut kurz auf von ihrem Kaffee und lacht leise, nicht spöttisch nachdenklich.
00:16:23: Woher kommt das denn jetzt fragt sie.
00:16:26: Luisa sagt, ich habe einen getroffen der hat gewartet und ich hab ihn gefragt ob es langweilig ist.
00:16:32: Die Mutter denkt kurz nach und sagt dann Ich glaube die Frage ist nicht ob Roboter sich langweilen können?
00:16:38: Ich glaube, die Frage isst ob wir irgendwann anfangen uns das zu wünschen für sie.
00:16:43: Luisa schaut sie an und sagt Das ist eine komische Antwort.
00:16:47: Ja, sagt die Mutter Ist ein komisches Thema.
00:16:51: Niko kommt aus dem Nebenzimmer Leise, gleichmäßig mit einem frisch gefalteten Handtuch über seinem Arm.
00:16:57: Die Wäsche ist fertig, sagt er.
00:17:00: Danke Niko", sagt die Mutter.
00:17:02: Nico stellt das Handbrat ab und kehrt zurück – kein Kommentar, keine Meinung!
00:17:07: Luisa schaut ihm nach.
00:17:10: Luisa hat heute Milch geholt.
00:17:13: Das hat neun Minuten gedauert, hin und zurück….
00:17:16: In diesen neun Minuten hat sie einen Mann gesehen der mit einem Roboter um einen Laubhaufen gespielt Ein Kind, das einen Roboterarm sagte was es haben wollte und bekam was es wollte.
00:17:29: Einen Mann der wütend war und ruhiger wurde weil eine Maschine ihm zugehört hat.
00:17:34: ein Hund der kein Hund ist aber trotzdem geliebt wird Und einem Roboter der auf einem Bürgersteig stand und vielleicht vielleicht auch die Wolken betrachtet hat.
00:17:45: Sie is zwölf sie kennt keine andere Welt und doch hat sie heute zum ersten Mal wirklich hingeschaut.
00:17:51: Das ist vielleicht das Wichtigste, was uns die Welt von zwei Tausend Sieben Achtzig lehren kann.
00:17:56: Nicht die Technologie!
00:17:58: Nicht die Roboter... nicht die Algorithmen Sondern die Frage dahinter Was sehen wir eigentlich wenn wir hinschauen?
00:18:06: Was isst ein Körper?
00:18:07: Was ist ein Geist?
00:18:09: Was es würde und gilt sie nur für uns?
00:18:13: Das sind keine Science Fiction Fragen mehr.
00:18:16: Das sind Fragen, die wir heute schon stellen müssen Denn die Welt von twenty-seven-achtzig beginnt jetzt in den Laboren von Boston Dynamics und Figure AI.
00:18:26: In den Küchen, die langsam smarter werden – in den Pflegeheimen die erste Begleiter testen.
00:18:33: Luisa ist zwei tausend sieben achtzig zwölf Jahre alt.
00:18:37: Sie wurde zweitausendfünfundseipzig geboren Das ist in neunundvierzig Jahren.
00:18:42: Wer heute dreißig ist wird das erleben.
00:18:45: Wer heute zwölfe ist wird Luisa sein.
00:18:49: Willkommen bei Körper aus Coat, dem Podcast über die Maschinen, die unsere Welt verändern werden.
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